Die Westerwälder Presse berichtete über das Turnier 2008
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Beste Stimmung in der an beiden Taten gut
gefüllten Montabaurer Kreissporthalle -
Vorjahresfinalist Hamburger SV landet auf dem letzten Platz
- Neuling FC Basel wird Siebter
VfB sichert sich den Sieg
Hallenfußball: Die B-Jugend des Deutschen
Meisters gewinnt die 26. Auflage des Keramik-Cups
Technisch versierte Nachwuchsspieler der großen Vereine und jede Menge spannende Partien: Die 26. Auflage des Fußball-Hallenturniers um den Keramik-Cup enttäuschte die Erwartungen nicht. MONTABAUR. Mit lobenden Worten für die Ausrichter hielt sich beim "26. Westerwälder Keramik-Cup" keiner der Teilnehmer zurück - besonders der Verantwortliche des weit gereisten Neulings nicht. "Ein hervorragendes Turnier, da stimmt einfach alles", sagte Thomas Paul, der Trainer der B-Jugend des Schweizer Erstligisten FC Basel. Zum ersten Mal war er mit seiner Mannschaft beim hochkarätig besetzten Hallenfußballturnier in der Montabaurer Kreissporthalle angetreten - Platz sieben belegte der FC Basel am Ende. "Der Reiz für uns ist der internationale Vergleich. Ich spiele trotz der weiten Anreise lieber einmal hier als zwei, drei Turniere in unserer Region, die wir dann locker gewinnen", meinte Paul. Locker gewinnen: Das war am Wochenende nicht nur für die Eidgenossen ein unmögliches Unterfangen. Zu hoch ist dafür das Niveau der Veranstaltung, zu groß auch der Ehrgeiz der Beteiligten. |
"Die Mannschaften kommen nicht hierhin, um ein paar Freundschaftsspiele
auszutragen", betonte Turnierorganisator Alfons Fasel. "Sie vertreten
einen großen Verein, das ist auch Prestigesache." Dementsprechend wurde
zwar fair, aber - gerade für ein Hallenturnier
- recht intensiv um den Titel gekämpft. Den
sicherte sich der Rekordmeister der B-Jugend:
der VfB Stuttgart. Fünfmal gewannen die Schwaben den Titel, und zum
fünften Mal sicherten sie sich auch den ersten Platz beim Westerwälder
Keramik-Cup. "Das Turnier hat einen sehr großen Stellenwert für uns", sagte Trainer Jens Keller. "Und der Sieg gibt uns natürlich einen Schub." Mit 2:1 bezwang der VfB im Finale den FC Schalke 04. Nicht nur deshalb konnte Keller behaupten: "Wir haben das Wochenende wieder genossen." Seinem Trainer- und ehemaligen Bundesligakollegen Rodolfo Esteban Cardoso ging es da ein wenig anders. Zwar schlug der von ihm trainierte Hamburger SV im ersten Spiel den späteren Turniersieger, doch in den weiteren fünf Spielen holten die Norddeutschen nur noch zwei Punkte. Im Vorjahr noch Zweiter, fand sich der HSV nun auf dem letzten Rang wieder. "Wir haben uns ganz schlecht präsentiert", befand der Argentinier denn auch. Zwar musste er mit einem arg dezimierten Kader anreisen, doch das ließ er nur bedingt gelten. "Das ist so ein schönes Turnier mit so vielen Traditionsmannschaften. Da müssen wir einfach mehr machen." |
Doch Cardoso gehörte zu den ganz wenigen Beteiligten, die das
Wochenende nicht zufrieden in Erinnerung behalten werden. Eine an
zwei Tagen gut gefüllte Montabaurer Kreissporthalle hinterließ auch
bei Alfons Fasel ein Lächeln im Gesicht. "So viele Besucher wie am
Samstag waren am ersten Turniertag noch nie da", berichtete er. "Und
dank der vielen Helfer, die das alle schon mehrere Jahre machen und
immer ansprechbar sind, funktioniert das Ganze auch so gut."
Das spiegelte sich auch in der tollen Stimmung wider, die das Publikum an beiden Tagen in die Halle brachte. "Bei uns in der Schweiz gibt es nicht die Masse von Traditionsvereinen, daher gibt es kaum Turniere dieser Kategorie", sagte Thomas Paul, der Baseler Trainer. "Zudem sind die Turniere viel synthetischer. Das Ambiente geht uns einfach ab", meinte er - und fügte mit einem Lächeln hinzu: "Das können die Deutschen halt besser als die Schweizer." Ein Lob aus dem Land des Mitausrichters der Europameisterschaft in diesem Sommer: Auch in der 26. Auflage des Turniers erlebt Alfons Fasel mit seinem Team immer wieder neue Dinge. Frank Jellinek Westerwälder Zeitung vom 21.01.2008, Seite 12. |
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Wirgeser Youngster sammeln
Erfahrungen gegen die Großen
Gegen die Bundesligamannschaften konnte die B-Jugend der Eintracht Glas-Chemie nur phasenweise mithalten und scheiterte am eigenen Offensivdrang MONTABAUR. Das Bild war symptomatisch: Am Samstagabend, kurz vor 19 Uhr, saßen die B-Jugend-Fußballer der Spvgg EGC Wirges niedergeschlagen auf ihrer Bank in der Kreissporthalle Montabaur. Gerade hatten sie auch ihr drittes Spiel beim "Westerwälder Keramik-Cup" verloren - 1:9 gegen Borussia Mönchengladbach. "Die Jungs haben sich das wohl etwas anders vorgestellt", meinte Trainer Dirk Mittler. Damit spielte der Coach auf die Einstellung seiner Schützlinge an, die als Lokalmatadore beim bestbesetzten U 17- Hallenturnier in Deutschland eine ordentliche Vorstellung abliefern wollten. Die Umsetzung war allerdings nur ansatzweise möglich. Schon im ersten Spiel gegen Bayer Leverkusen hatte es beim 0:8 Gegentore gehagelt. "Das gab schon einen Knacks", erkannte Dirk Mittler. |
Der Trainer bemängelte vor allem, dass seine Spieler sich zu wenig an
die taktischen Vorgaben gehalten hatten. Die Wirgeser wollten gegen die
mit Nationalspielern gespickten Bundesligavertreter nach vorne spielen
und rannten in ihr Verderben. Selbst in Spielen wie gegen den 1.FC Köln,
als man lange gut mithalten konnte, stimmte das Ergebnis nicht. Denn
kaum hatte Ismail Barut das 1:1 erzielt, hatte es hinten schon wieder
eingeschlagen, und die EGC unterlag 1:4. "Deprimierend", fand es Philip Gelhard. Der teilte sich mit Christian Meyer die Arbeit zwischen den Pfosten, und die beiden mussten so die mangelhafte Defensivarbeit ihrer Vorderleute ausbaden. Philip Gelhard wollte seine Mitspieler dennoch nicht verbal in den Senkel stellen, sondern erläuterte ganz sachlich: "Das ging hier alles viel zu schnell." Und er fügte auch noch an und sprach damit für alle Wirgeser: "Es hat trotzdem Spaß gemacht." Diese Aussage muss letztlich in keinem Widerspruch zu den Niederlagen stehen. Dirk Mittler jedenfalls hofft, dass der Keramik-Cup für die EGC-Youngster eine heilsame Lehre war: "Die Jungs bekamen hier ihre Grenzen aufgezeigt. Sie haben gesehen, was fußballerisch auch in diesem Alter möglich ist - mit viel Training und viel Disziplin."
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Dabei hat die B-Jugend aus Wirges auch in
diesem Turnier phasenweise bewiesen, dass durchaus Potenzial in ihr
steckt. Wohlgemerkt: Sie hatten es hier ausschließlich mit
Bundesligisten zu tun. So brachte Raphael Roenspies die Westerwälder
im letzten Spiel am Sonntag mit 1:0 gegen Borussia Dortmund in
Führung. Prompt wachte das Publikum in der voll besetzten
Kreissporthalle auf und stärkte den Einheimischen den Rücken. "Es
soll ja vor allem ein Erlebnis für die Spieler sein", stellte Dirk
Mittler noch einmal klar.
Ein Erlebnis, das fast noch mit einem überraschenden Erfolgserlebnis geendet hätte. Denn Marius Otto gelang gegen den BVB der 2:2-Ausgleich - und wie. Aus dem eigenen Strafraum gab Otto seinen Schuss ab, und der flog durch die ganze Halle über den aufgerückten Dortmunder Torwart hinweg genau in den Kasten. Der Schütze gab sich bescheiden: "Es war ein Befreiungsschlag", sagte Marius Otto. Und auch wenn Wirges schlussendlich gegen Dortmund 2:5 verlor, so hat "Kunstschütze" Marius Otto doch erkannt, "dass man mit viel Kampf solche Mannschaften in Bedrängnis bringen kann". Stefan Freisberg |
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Der Namensvetter des Tennisstars ist U 17-Jugendnationalspieler
vom 1. FC Kaiserslautern und träumt von einer sportlichen Zukunft
als Fußball-Profi auf dem grünen Rasen
Boris Becker setzt auf eigene Leistung
Der Junge aus dem Saarland gefiel beim "Westerwälder Keramik-Cup"
In seiner 26-jährigen Geschichte hat der
"Westerwälder Keramik-Cup" viele Gäste mit
großen Namen begrüßt. Kevin Kuranyi, Lukas Podolski und Zlatan
Ibrahimovic waren als Spieler vor dem Beginn ihrer Profikarriere da.
Andere kamen als Trainer nach ihrer aktiven Laufbahn wie der
Argentinier Rodolfo Esteban Cardoso als U 17-Trainer
des Hamburger SV. Aber der Klang eines Namens überstrahlte in der
Kreissporthalle den aller bisherigen Teilnehmer: Boris Becker war
beim Keramik-Cup.
MONTABAUR. Julia Fasel, vom Förderverein engagierte
Mannschaftsbetreuerin für die U 17 des 1. FC Kaiserslautern,
erzählte ganz unbefangen: "Boris Becker ist ein Junge wie jeder
andere, ganz normal." Und sie hat Recht. Denn Boris Becker heißt
nicht nur das Tennis-Idol. Der Boris Becker
beim Hallenturnier um den "Westerwälder Keramik-Cup"
spielt bei den Roten Teufeln Fußball.
Ein interessanter Typ ist er trotzdem. Nicht nur in der Kreissporthalle Montabaur ging ein Raunen durchs Publikum, wenn bei der Mannschaftsvorstellung sein Name verlesen wurde. "Das ging schon in der D-Jugend los", sagt Boris Becker - und mittlerweile hat er sich daran gewöhnt. Auf die Namengleichheit mit einem der prominentesten Deutschen angesprochen, reagiert der junge Fußballer überhaupt nicht genervt, sondern kann dem Ganzen sogar etwas Positives abgewinnen: "Man fällt noch mehr auf." Stimmt. Dabei war das von seinen Eltern ursprünglich gar nicht beabsichtigt, denn die sind aus Russland eingewandert und haben sich wahrscheinlich gar nicht bewusst gemacht, welchen prominenten Namen sie ihrem Filius da verpassten. Auf seinen "großen Namen" ist Boris Becker allerdings gar nicht angewiesen. Denn der 16-Jährige hat selbst sportlich schon einiges zu bieten. Nicht nur, dass er mit dem FCK auf Platz zwei der B-Jugend-Bundesliga steht. Boris Becker ist Stammspieler in der deutschen U 17-National mannschaft. Zweikampfstärke, Schnelligkeit und seine technischen Fähigkeiten machen ihn zum unverzichtbaren Bestandteil der Viererkette. Aus seinen sportlichen Zielen macht Boris Becker keinen Hehl: "Ich will unbedingt Profi werden, und natürlich ist die Nationalmannschaft mein Traum." Mit Tennis hat der Junge aus Primstal im Saarland übrigens nicht viel am Hut. "Hobbymäßig habe ich das mal probiert", sagt er. Seine Zukunft liegt ganz klar auf dem grünen Rasen, und vielleicht kann der 1. FC Kaiserslautern ja mit Boris Becker irgendwann wieder an seine große Vergangenheit anknüpfen. Und vielleicht muss der Sportfan dann beim Namen Boris Becker nachfragen: "Meinen sie den Fußballer oder den Tennisspieler?" Die Zuschauer beim "Keramik-Cup" haben ihn schon gesehen. Stefan Freisberg Westerwälder Zeitung vom 22.01.2008, Seite 12. |
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