Die Westerwälder Presse berichtete über dieses Turnier
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Lautern holt Keramik-Cup
Pfälzer bezwingen im Endspiel des B-Jugend-Hallenfußballturniers
in Montabaur den Hamburger SV
Seit nunmehr einem Vierteljahrhundert ist das
Hallenfußballturnier um den Westerwälder Keramik-Cup
ein herausragendes Sportereignis in der Region. Das Jubiläumsturnier
war da keine Ausnahme. Sportlich versammelte sich Deutschlands B-Jugend-Elite
und organisatorisch hatten die Macher wieder alles richtig gemacht.
MONTABAUR. Als Alfons Fasel am Sonntagnachmittag zusammen mit DFB-Präsident Theo Zwanziger die Siegerehrung zum "25. Westerwälder Keramik-Cup" vornahm, da fiel ihm nur eine Vokabel ein: "Super!" Tatsächlich hatten Fasel und seine zahlreichen Helfer allen Grund, zufrieden zu sein, denn der 25. Keramik-Cup war genau das. "Super", nannte es auch Kim Vilfort. Der dänische Europameister von 1992 war als Jugendleiter von Bröndby Kopenhagen in Montabaur. Rodolfo Esteban Cardoso stieß ins gleiche Horn. "Wunderschön", fand's der ehemalige argentinische Nationalspieler, mittlerweile B-Jugend-Trainer beim HSV. Und auch Deutschlands erster Fußballer zollte seinen Respekt. Theo Zwanziger hob nochmal die außerordentlichen Leistungen Fasels und des Fördervereins hervor. |
Nach 25 Jahren gönnte sich Alfons Fasel auch einen Blick zurück:
"Wir haben mit sechs Mannschaften angefangen. Danach kamen Gladbach
und Stuttgart dazu. Die haben wir damals noch privat untergebracht.
Das ist heute nicht mehr möglich."
In den folgenden Jahren wurde die Keramik-Cup-Geschichte in Siershahn, Wirges und Koblenz weiter geschrieben. Jetzt ist man in der Kreissporthalle Montabaur zuhause. Nicht nur die Quartiere wurden den steigenden Ansprüchen der Bundesligisten angepasst. Auf allen Gebieten wurde das Turnier professionalisiert. "Wir haben Pyrotechnik, Großbildleinwand und Lichteffekte in der halle", erklärt Alfons Fasel. Nur ein Aspekt der großen organisatorischen Anstrengungen. Die Belohnung war einmal mehr eine ausverkaufte Halle und fantastische Stimmung. 25 jahre lang mussten die Fußballfans auf ein Keramik-Cup-Endspiel zwischen dem Hamburger SV und dem 1.FC Kaiserslautern warten. Dabei hatten die B-Jugendteams der beiden Traditionsvereine nur sehr holprig ins Turnier gefunden. Die Hamburger gewannen aber gestern ihre drei letzten Gruppenspiele. Die "Roten Teufel" drehten ihr letztes Gruppenspiel gegen Stuttgart noch nach einem 0:3-Rückstand, siegten 5:3 und schafften den Sprung ins Semifinale. |
Dort warteten die beiden letzten Keramik-Cup-Gewinner.
Der HSV schlug den Titelverteidiger Leverkusen durch zwei Treffer
von Maxi Beister 2:1. Lautern bezwang den amtierenden Deutschen B-Jugend-Meister
1860 München mit 2:0. So kam's zur Premiere HSV gegen FCK.
Und beihnahe hätten die Zuschauer nach 25 Jahren das erste torlose Finale erlebt. "Die Endspiele sind oft nicht die besten Spiele", erläuterte Lauterns Trainer Gunter Metz. "Da will keiner unnötig in Rückstand geraten. Und das gesamte Turnier war sehr eng und ausgeglichen." Wenige Sekunden vor Schluss hämmerte aber Alexander Esswein den Ball ins HSV-Tor und bescherte damit dem 1.FC Kaiserslautern den zweiten Turniersieg nach 1993. "Wenn man bei so einem gut besetzten Turnier am Ende gewonnen hat, dürfen wir ruhig ein wenig stolz sein", fand Gunter Metz. Seinem HSV-Kollegen Cardoso tat es "ein wenig weh für die Jungs, am Ende so kurz vor Schluss zu verlieren." Die Pfälzer hatten nicht den mitreißenden Fußball gespielt, aber letztlich mannschaftlich überzeugt. Die These vom ausgeglichenen Turnier unterstützt die Tatsache, dass die später ausgezeichneten Einzelspieler nicht aus dem Siegerteam stammten. Bester Torwart war nach Meinung der Trainer Edgar Zinn (HSV), bester Feldspieler Predrag Stevanovic (Schalke), und mit acht Toren wurde Sahin Aygünes (KSC) Torschützenkönig. Namen, die man in ein paar Jahren vielleicht öfter hört. Denn auch das hat die Keramik-Cup-Geschichte gezeigt: Topstars wie Kuranyi, Podolski oder Ibrahimovic haben hier mitgespielt. Stefan Freisberg |
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Ertan hatte sich seit seiner Kindheit auf die
Teilnahme gefreut
B-Jugend der Spvgg EGC Wirges und Trainer Dirk Mittler müssen vor allem die läuferische Überlegenheit des Bundesliga-Nachwuchses neidlos anerkennen
In diesem Jahr gelangen dem heimischen Vertreter Spvgg EGC Wirges
zwar keine sportlichen Überraschungen gegen die "Großen", doch dafür
hatte Trainer Dirk Mittler eine einleuchtende Erklärung parat: "Fast
alle Spieler gehören dem jüngeren Jahrgang an und können auch 2008
noch mal hier dabei sein, nur Max Mun hat diese beeindruckende
Atmosphäre im vorigen Jahr schon mal erlebt. Das ist halt doch was
anderes als die Hallenkreismeisterschaft."
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Was die Teilnahme am "Westerwälder Keramik-Cup"
dem Nachwuchs des einzigen Lokalmatadoren bedeutet, macht EGC-Spieler
Ertan Kocaslan deutlich: "Ich war schon richtig aufgeregt. Ich warte
schließlich schon seit meiner Kindheit darauf, hier spielen zu
dürfen. Aber es hat trotz unserer Niederlagen viel Spaß gemacht, am
Ende hat einfach die Kraft nicht mehr gereicht."
Die entscheidenden Defizite im Vergleich mit den Bundesliga-Nachwuchsteams sehen Mittler und Kocaslan übereinstimmend im läuferischen Bereich. "Die Mannschaften sind halt immer in Bewegung, ihr Spiel ohne Ball ist hervorragend. Dadurch fällt es ihnen auch leichter, die Ordnung zu behalten, die bei uns ab und zu dann doch verloren ging", analysierte der EGC-Trainer. Mit möglichst vielen Teilnahmen an Hallenturnieren hatte sich der derzeitige Tabellenachte der Rheinlandliga auf das Großereignis vorbereitet. |
"Wir haben immer wieder Vier gegen Vier auf der Größe des
Hallenspielfeldes trainiert und einige taktische Dinge eingeübt. Das
hat in der Vorwoche bei unserem zweiten Rang in Mayen geklappt, hier
gegen die großen Kaliber nicht."
Immerhin gelangen Ismayil Barut (2), Regjep Barut, Max Mun, Oguzhan Kilic und Diamant Balaj sechs Wirgeser Treffer in den fünf Gruppenspielen. Zum Auftakt gelang es EGC-Torhüter Björn Fuchs mit guten Paraden und einer Portion Glück, seinen Kasten gegen Schalke 04 zehn Minuten lang sauber zu halten, dann mussten die Wirgeser der läuferischen Überlegenheit des Gegners Tribut zollen: "Es ist schon sehr schwer, da mitzuhalten und immer mitzugehen. Wenn die Gegenspieler pausenlos in Bewegung sind, ist man doch recht schnell platt", meinte Ertan Kocaslan." Christoph Gerhards |
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Vilfort angetan
Dänen gut betreut
Der Westerwälder Keramik-Cup ist schon
längst ein Turnier mit internationalem Flair. Mannschaften aus ganz
Europa waren schon da. Am Wochenende spielte Bröndby Kopenhagen mit.
Und auch wenn das Team nicht wie in der Vergangenheit ins Halbfinale
einziehen konnte, war Jugendleiter Kim Vilfort ganz angetan: "Es hat
alles geklappt, und für die Jugendlichen ist es gut, den
internationalen Fußball kennen zu lernen." Der dänische
Europameister war selbst schon häufiger mit in den Westerwald
gereist und weiß die vorzügliche Behandlung zu schätzen.
Dafür sorgen die Organisatoren auch, indem sie jeder Mannschaft einen persönlichen Betreuer zur Seite stellen. Im Falle von Bröndby war das Achim Wörsdörfer. "Ich mache das seit einigen Jahren. Ich komme immer zum Einsatz, wenn Skandinavier dabei sind." Wörsdörfer kann nämlich ein wenig Schwedisch, ist seit einem Urlaub in Schweden Fan und jetzt sogar Mitglied des Erstligisten Malmö FF. Dass ihm sein Schwedisch jetzt nicht weiter geholfen hat, tat Wörsdörfers Begeisterung keinen Abbruch. "Die Dänen sind echte Stimmungskanonen." Dafür ließ der Koblenzer sogar den Zweitliga-Rückrundenauftakt gegen Duisburg sausen. Seine TuS-Dauerkarte hat er verliehen - fürs "Danish Dynamite." (sfr) |
